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100 Jahre Armbrustschützen Kloten 1908 - 2008
Schon 1967 schrieb der Chronist, Karl Ganz in seinem Buch "Kloten" der Vergangenheit am Vorabend des Flughafenzeitalters, folgendes:
"Die Armbrustschützen:
Eigentlich sollte diesen die erste Betrachtung gewidmet sein in der Geschichte des Vereinslebens, denn die Kunst des Armbrustschiessens reicht bis in Urzeiten zurück. Aus dem fernen Osten ist sie einst importiert worden, wo sie lange vor der christlichen Zeitrechnung im Wehr- und Waffenwesen der . asiatischen Völker einen festen Platz einnahm. Im Zeitalter der Kreuzzüge, d.h. zwischen 1100 u. 1300 kam die Armbrust als gefürchtete Schusswaffe aus dem vorderen Orient ins Abendland, verbreitete sich rasch und war vor der Erfindung der Pulverwaffen ein gefürchtetes Instrument.
Die Kirche nannte sie eine teuflische Erfindung und hatte im 12. Jahrhundert ihre Verwendung verboten. Da aber die Brauchbarkeit der Waffe sich im Kampf als recht wirkungsvoll erwies, allen andern überlegen war, ist sie in der Folge unentbehrlich geworden. Erst als mit der Erfindung des Schiesspulvers ein ganz neues Zeitalter der Kriegstechnik begonnen hatte, verlor die Armbrust allmählich ihre Bedeutung und wurde im Kampf durch das Schiessgewehr, die Flinte und die Büchse ersetzt. Aber deswegen ist die Waffe Tells nicht als bloßer Wandschmuck in Gaststätten oder in Schützenstuben verschwunden. Sie hat sich durch alle Zeiten als Übungswaffe im friedlichen Wettkampf behauptet und bewährt. Und in neuster Zeit ist sie von tüchtigen Fachleuten ausgebaut, vervollkommnet worden, und hat über verschiedene Entwicklungsstufen jene eigenartige Gestalt einer massiven, aber zugleich auch äußerst präzisen Schusswaffe angenommen, wie sie heute fast ausschließlich von den Sportschützen gehandhabt wird.
Karl Ganz war selbst über Jahre hinweg aktiver Armbrustschütze. Der Armbrustschützenverein Kloten ist im Jahre 1908 ins Leben gerufen worden. Ein paar leichte Waffen, das einst allgemeine System der Bollinger Armbrust, nebst einem mageren Vorrat an Scheibenmaterial, waren das ganze, bescheidene Inventar während vieler Jahre.
Es blieben den 10 bis 15 Aktivmitgliedern die Krisenzeiten nicht erspart. Es fehlten lange Zeit die Mittel zur Vorentwicklung, zum Ausbau des windgeschützten Schiessplatzes droben am Schluefweg, auf dem Boden der einstigen Kiesgrube, am Fusse des Spitzwaldes. Was aber der kleine Verein in all den Jahren bis zum zweiten Weltkrieg an Bauten und technischen Einrichtungen hat entbehren müssen, das ist nachher mit raschen Schritten in erstaunlicher Vollkommenheit zur Vollendung gelangt. Das Werk benötigte Jahre der Entwicklung, aber die Ausdauer, der initiative Einsatz einiger unentwegter Förderer halten über alle Stufen des Werdens und Entstehens und über alle Klippen hinweg, bis das hohe Ziel des vorbildlichen Schaffens, die mustergültige, ideale Anlage, die seit 1964 in Betrieb ist, erreicht war.“
Aus den Aufzeichnungen des ehemaligen Ehrenpräsidenten des ASV Kloten, Hans Brandenberger, erfahren wir noch mehr über die Entstehung unseres Vereins:
Der Armbrustschützenverein Kloten wurde am 15. Sept. 1908 von folgenden 9 Burschen gegründet:Heinrich Huber 12 jährig: Ernst Frei, Heinrich Leemann beide 13 jährig, Rudolf Widmer, Albert Altorfer, Hans Weiss, Hans Wettstein, Walter Schlatter und Ernst Wohlgemuth 14 jährig.
Die jungen Burschen organisierten eine Dorfsammlung und konnten mit dem gesammelten Bargeld 2 Bolligerwaffen kaufen. Woher diese Waffen mit Hanfsehnen kamen und wie viel die gekostet haben, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. Der Vorstand wurde wie folgt zusammengestellt. Präsident Rudolf Widmer, Aktuar Hans Wettstein, Kassier Hans Weiss und Schützenmeister Heinrich Leemann. Am 04. Januar 1909 wurden die ersten Statuten genehmigt.
Bis zum Jahr 1914 wurde an verschiedenen Orten geschossen meistens auf Scheunentore oder Tannenbretter. Die Scheibenbilder bestanden aus 5er Einteilung. In den 20iger Jahren kam dann die 20erEinteilung dazu.
In den Jahren 1917 u. 1918 "ruhte" der Verein. Einige der Mitglieder zogen weg um eine Stelle anzutreten, andere wurden ins Militär eingezogen. 1919 wurde der Verein wieder belebt. 1921 bekam der Armbrustschützenverein von alt Gemeindepräsident Heinrich Ehrensberger die Abfallgrube an der Schaffhauserstrasse als Schiessplatz. (Standort des heutigen Schützenhauses.
Nun fehlte nur noch ein Schützenhaus mit Stand. Es dauerte aber bis 1939 bis eine Schiessanlage gebaut werden konnte. Da die Baubewilligung nur für die Schiessanlage erteilt wurde, konnte das Schützenhaus nicht gebaut werden. So kam es, dass das Schützenhaus erst 1942 gebaut werden konnte. Vom 6.-8. Juni 1958 konnte das 50 jährige Jubiläum des ASV - Kloten gefeiert werden. Zu diesem Jubiläum bekam der ASV auch eine Fahne, und wurde feierlich eingeweiht. Auf der Bühne bei den Feierlichkeiten sassen 4 der Gründer, Rudolf Widmer, Hans Weiss, Albert Altorfer, und Walter Schlatter. Anfangs der 60iger Jahre begann man sich um den Bau des heutigen Schützenhauses zu kümmern. Zuerst wurde wieder an einen Holzbau gedacht, die Gemeinde hätte das Holz kostenlos zur Verfügung gestellt. Da aber auch das Holzhaus unterkellert werden musste, wären die Kosten nicht viel tiefer gewesen als der heutige Massivbau. Am 26. April 1961 bewilligte der Gemeinderat Kloten den Bau des heutigen Schützenhauses und stellte Fr. 10 000.- sowie ein Darlehen von Fr. 30000.-- zum Zins von 3% zur Verfügung. Das Grundstück wurde von der Gemeinde im Baurecht dem ASV auf 30 Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt. Es wurde festgehalten, dass über 5000 Frondienststunden geleistet wurden. Am 19./ 20. u. 26./ 27. Juni 1965 wurden Schiessstand und Schützenhaus mit einem Standeinweihungsschiessen gefeiert. Im Jahre 1983 feierte der ASV sein 75jähriges bestehen mit einem Jubiläumsschiessen (20.-29. Mai.). Im kleineren Rahmen wurde das Jubiläum gefeiert. Eine Woche vor dem Jubiläumsschiessen war der eigentliche Festakt. Peter Roth begrüßte die Gäste und Aktiven. Die Stadt Kloten offerierte den Apero und die Grüsse wurden durch Stadtrat Martinelli überbracht. Erinnerungsgeschenke wurden von den Gästen dem ASV geschenkt. Dieser Bericht kann im Buch (ReiseFeste und Schiessberichte 1963 - 1996) nachgelesen werden. 1993 wurde das Baurecht bis zum 31.Dezember 2020 notariell verlängert.
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